Schwarzwald ohne Einkehr!

Vor mehr als 25 Jahren – also kurz nach der Wende – war ich zum ersten Mal im Schwarzwald. Damals dienstlich und zum Kennenlernen unserer Partnergemeinde Schenkenzell. Doch ich war begeistert! Wohl auch vor allem von der intakten Natur, wo doch bei uns gerade ganze Nadelwaldregionen abgestorben waren und sich nun die Wende dahin vollzog, dass infolge zunehmenden Straßen- (insbesondere Schwerlast-)-Verkehrs auch die Laubbäume massiv geschädigt wurden: durch das tückische Ozon!

Im Schwarzwald aber schien die Welt in Ordnung. Die Wälder waren dicht und grün, die Menschen offenherzig und freundlich, und auch der Straßenverkehr erschien uns nicht zu viel.

So freute ich mich natürlich, als sich kurzfristig die Möglichkeit zu einigen Tagen Urlaub mit meinem Dixi im Haslacher Ortsteil Schnellingen ergab. Eine wunderbare Ferienwohnung mit Balkon-Blick auf das Damhirschgehege unserer Vermieterfamilie Müller haben wir gestern bezogen und machten uns heute morgen auf, um den Schwarzwald zu erkunden. Vorerst mit dem Auto – wohl wissend, dass wir mit unserer Kurkarte die öffentlichen Verkehrsmittel auch kostenlos nutzen können.

Zum ersten Halt entschlossen wir uns in Schiltach – trotz seiner ländlichen Lage ein Industriestandort mit mehreren international bekannten Unternehmen. Das hübsche Städtchen entstand im 11. Jahrhundert als Pfarrei für die umliegenden Höfe, welche älter sind als Schiltach selbst.

Nach einem netten Besuch im Informationszentrum brachen wir schließlich auf und fuhren weiter nach Alpirsbach, wo wir unser Auto auf dem Parkplatz am Glaswald abstellten und von hier aus über die Reinerzauer Steige hinauf zur Karls-Quelle wanderten.

Hier oben lebten vor vielen hundert Jahren einer oder mehrere Glasmacher. Ob sie die erforderlichen Holzmengen selbst einschlugen und zu Holzkohle verarbeiteten und wie sie den Quarzsand gewannen, der für die Glasherstellung nötig war – dazu konnte ich nirgends Belege finden. Aber es gibt noch die Quelle, die nach dem möglichen Begründer „Karl“ heißt, und es gibt einen wunderschönen Blick auf die Wiesen unterhalb, die bestimmt auch landwirtschaftlich genutzt worden sind.

Und: wen erinnert das Glasmacher-Handwerk nicht an Hauffs Märchen „Das kalte Herz“? Hier oben kann man sich all die Szenarien rund um Kohlenmunk-Peter, Schatzhauser und Holländer-Michel ganz besonders gut vorstellen.

Nun kommt jedoch der anstrengendste Abschnitt auf unserem Wanderweg: es ist inzwischen so warm geworden – später im Auto sehen wir, dass es wohl 30° gewesen sein müssen. Und die Pollen machen Schnupfen und immer wieder das Atmen schwer. Aber es ist schön. Richtig schön, im dunklen Tannwald!

Unsere 1,5Liter-Wasserflasche ist leer, wir sind kaputt, und sogar mir läuft ständig der Schweiß in die Augen. Geplant hatten wir unseren Mittags-Imbiß in der „Unteren Mühle“ im Kinzig-Tal. Am Rande des Waldes treffen wir jedoch auf ein Hinweisschild und folgen diesem  entgegen unseren ursprünglichen Plänen zum Gasthaus „Adler“ Ehlenbogen.

Welche Enttäuschung aber: Das Restaurant hat geschlossen. Und der Seniorchef oder was auch immer der ältere Herr ist, den wir treffen, erklärt mürrisch, dass „unter der Woche nicht geöffnet wird“. Basta!

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Der „Adler“ in Ehlenbogen – leider geschlossen!

Etwas weiter abwärts und auf der anderen Seite der unerträglich vielbefahrenen B 33 finden wir ein weiteres Hinweisschild auf ein Gasthaus, den „Erlenhof“. Aber auch hier: die Information auf dem Schild ist schlichtweg falsch! Wir schleppen uns dorthin und stehen….. vor verschlossenen Türen!

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Verzweifelt, ausgehungert und ausgetrocknet können wir uns nun doch noch auf unsere Kurkarte besinnen und dass wir ja auch mit dem Bus fahren können. Zum Beispiel in die ursprünglich geplante „Untere Mühle“! Jedoch: der nächste Bus dahin fährt in einer Stunde. Und wer sagt, dass hier entgegen den Angaben im Internet nicht auch nachmittags kein Essen gereicht wird?

Also entschließen wir uns für die kürzere Wartezeit und den Bus in Richtung Alpirsbach, der bereits in einer halben Stunde fahren soll.

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In brütender Hitze harren wir nun im Schatten dieses Wartehäuschens geduldig aus, bis uns endlich der wohlklimatisierte Bus für 3 Minuten aufnimmt und in Alpirsbach wieder aussetzt.

Zuvor jedoch vollbringt Dixi seine heutige gute Tat, indem er einem Huhn den Weg zurück in seinen heimatlichen Zaun zeigt und dieses damit aus seiner tiefen Verzweiflung rettet.

Endlich kommt unser Bus. In Alpirsbach bewundern wir im Vorbeigehen das ehemalige Kloster und wunderschöne Fachwerkhäuser und finden schließlich den „Löwen“. Biergarten ist geöffnet, und eine sehr nette Bedienung gibts auch. Das ist aber auch schon alles. Vor einer Dreiviertelstunde war Küchenschluß – abends gehts wieder weiter! Aber wir bekommen ein leckeres Alpirsbacher Klosterbräu, welches unsere Trinkbilanz wieder etwas aufbessert, sodass wir den Aufstieg zum Parkplatz am „Glaswald“ mit letzter Kraft schaffen können.

Was solls! Wir sind wieder motorisiert und klimatisiert – also reisen wir und Richtung Schnellingen. Auf der völlig „übervölkerten“ B 33 entlang dem beschaulichen Flüsslein Kinzig. In der Hoffnung, doch noch etwas Gescheites zu essen zu bekommen, biegen wir erneut nach Schiltach ab und sehen…. sehen eine geöffnete Restaurant-Tür mit beleuchtetem Flur und Fenstern. Kurz entschlossen und voller Optimismus biegt Dixi auf den nahegelegenen Parkplatz ein, aber:

Auch das „Rössle“ in Schiltach hat für uns geschlossen!

Und auch der „Schwobe-Karle“!DSC06779Was nun? Weiterfahren! In Haslach gibt es Supermärkte. Und wir haben ja mit unserer Ferienwohnung auch eine Küche gebucht! Obwohl keiner mehr Lust und Energie zum Einkaufen oder gar zum Kochen hat….

So fahren wir bald darauf naturgemäß durch Wolfach. Wo wir im Zentrum des Städtchens im Vorbeifahren auf ein geöffnetes Lokal aufmerksam werden und kurzentschlossen und scharf bremsen:

 

„Alibaba“ aus türkischen Landen ist derjenige, der seinen Imbiss geöffnet und uns heute wirklich geholfen hat! Vielen herzlichen Dank!

Und nun unsere Frage an die Schwarzwälder Gastronomen, bei denen wir vergeblich „angeklopft“ haben: Wegen Reichtum geschlossen? Oder meint Ihr, dass Schwarzwaldtouristik auch ohne offene Lokale geht? Kann man sich evtl. auch absprechen? Oder an Hinweisschilder im finsteren Schwarzwald schreiben, dass der entkräftete Wanderer lieber gleich weitergehen und nicht abbiegen soll, weil das Lokal eh geschlossen ist?

Zum Glück sind wir beide unverbesserliche Optimisten und freuen uns sehr auf den neuen Tag und die wunderschöne Schwarzwald-Natur!

 

Gebrauchsanweisung zum Befahren der S 182 zwischen Rehefeld und Altenberg

Ich muss ja nun einmal aus Wirtschaftlichkeitsgründen den kürzesten Weg zu meiner Arbeitsstelle wählen, und der führt leider auf der S 182 von Rehefeld nach Altenberg. Wenn Finanzamt und Arbeitgeber mitmachen würden, könnte ich ja vielleicht aus Wirtschaftlichkeitsgründen besser einen Umweg (z.B. über Tschechien!) fahren. Kann ich ja mal prüfen lassen!

Ja, aber vorerst ist es so, wie es ist! Und ich habe mir überlegt, dass ich bestimmt anderen Leidtragenden und deren armen Fahrzeugen einen Riesengefallen tue, wenn ich hier mal aufschreib, wie sie fahren sollten, um nicht allzu viele schmerzhaft tiefe Löcher zu erwischen.

Vor allem, weil wir ja auch eine aufstrebende Tourismus-Region sein wollen. Ich hab auch ganz und gar nichts dagegen, wenn diese „Gebrauchsanweisung“ in der kommenden Tourismus-Image-Broschüre ihren Platz fände……

Also: stellen wir uns vor, wir müssten morgens gegen 7:00 abreisen nach Altenberg. Kurz nach dem Abzweig zum Donnerberg steht dieses Schild. Nur 50m weiter – mitten in der Linkskurve: die ersten Löcher! Vorsicht! In der Straßenmitte – also schön rechts bleiben oder die Kurve kräftig schneiden!

Am Jagdschloss vorbei kann man sich nun ganz langsam an das gewöhnen, was einen dann auf der folgenden Gerade erwartet:


Tückisch, diese Strecke. Hier gibt es eigentlich auch keine Fahrempfehlung. Ausser – Ihr fahrt recht schnell, dann spürt Ihr die Schläge nicht so (aber im Tal unten hört man dafür Dein Auto wie das Donnern bei einem schweren Gewitter). Oder – Ihr fahrt schön langsam und ortet in aller Ruhe ein Schlagloch nach dem anderen. Das fällt leicht an solchen Tagen, wo die Straße weiß vom angetrockneten Streusalz ist – die Schlaglöcher aber schön feucht und deshalb schwarz.

Nun an der Schönen Aussicht oberhalb von Rehefeld angekommen, dürft Ihr keinesfalls denken: „Jetzt isses gleich vorbei!“ Denn gleich in der nächsten Rechtskurve kommen genau in der Mitte die nächsten Schläge. Und die sind gewaltig:


Und wenn Ihr nun das Glück hattet und seid weit genug entweder rechts oder links gefahren seid, um nicht durch diese Löcher zu donnern, seid aber bitte weiter achtsam! Ihr solltet jetzt jedenfalls schnell sehr, sehr weit nach rechts fahren, denn es kommen nach wenigen Metern ähnliche Krater, die besser gemieden werden sollten!

Jetzt aber wird’s echt herausfordernd: ganz rechts fahren geht nicht. Bringt auch nicht wirklich was. Mittig geht auch nicht wirklich, weil Ihr dann in die Schlaglöcher auf der linken Straßenhälfte geratet. Und manchmal gibts selbst auf dieser Holperpiste Gegenverkehr, dann fallen sowieso alle guten Ratschläge aus….

So, wenn dies höchst komplizierte Stück geschafft ist, kann man schon das Stückl um die Kohlkaukurve erahnen, welches vor wenigen Jahren mal instand gesetzt worden ist. Doch Achtung: kurz davor hauts nochmal richtig rein. Nehmt also hier am besten die Straßenmitte zwischen die Räder oder – wenn Ihr das Loch rechtzeitig erkennen könnt – dann eben dieses.

Mitten in der nun folgenden Linkskurve wieder äußerste Vorsicht: Zwei tiefe „Irritationen“ in der Straßenmitte sind erst zu sehen, wenn man unmittelbar davor ist. Danach kann man relativ unbehelligt die Höhe vorm Gabelweg erreichen.

Als sei es so extra gebaut worden: auch hier gibt es – wie vor der Kohlhaukurve – ein kürzlich instand gesetztes kurzes Stückchen Straße, auf das man sich freuen kann. Allerdings ist auch hier ganz kurz zuvor, wo niemand mehr damit rechnet, eine hinterhältige Schikane eingebaut: ein richtig tiefes Loch in Höhe des rechten Vorderrades!

Nun, nach der nächsten Kurve und dem Abzweig Gabelweg kündet das aufgestellte Verkehrsschild, dass ein neuer „Fahr“abschnitt beginnt – die ersten 2 km seit Rehefeld sind also geschafft.

Ein neuer Leidensweg mit den ähnlichen, aber nicht gleichen Hindernissen wie bisher! In der Senke, bevor es hinauf zum Kahleberg geht, wurde am Tag nach der Veröffentlichung meines heutigen Titelfotos eine Stelle, an der vom ehemaligen Asphalt nur noch Schotter übrig geblieben ist, mit einer Warnbake gesichert.

Wenn man von hier aus zurück schaut, kann gut erkennen, dass man von nun an nach Möglichkeit versuchen sollte, die Asphaltbahn, unter der im vergangenen Jahr wohl die Schellerhauer Gasleitung verlegt sein soll, wenigstens unter eine Autohälfte zu nehmen.

Doch Vorsicht! Dabei besteht durchaus die Gefahr, dass man – als unsicherer Fahrer oder weil man einem entgegenkommenden Fahrzeug ausweichen muss – vom Asphaltstreifen herunter gerät. Und dort lauert schon wieder höchste Gefahr:

Bald muss ja nun endlich der neugebaute Abschnitt aus dem vorigen Jahr beginnen. Und – ja genau – auch hier wieder die bekannte „kleine“ Schikane ganz kurz davor:

Auf nunmehr wunderschön ebener Strecke geht es weiter bis Altenberg. Hier braucht man nicht mehr so aufzupassen. Hier kann man einen kurzen Moment nachdenken. Z.B. darüber, wie das mit dieser Strasse weitergehen soll. Und mit denen, die sie benutzen müssen (Anwohner und Arbeitnehmer) oder auch möchten (Touristen).

Und darüber, dass der im vorigen Jahr geplante Bauabschnitt nicht fertig gebaut wurde und deshalb in diesem Jahr die betroffenen armen Bürger wieder die Umleitung von 20 km (also pro Strecke 13 km) werden fahren müssen, damit die Restarbeiten erledigt werden können.

Auch darüber sollte man nachdenken, dass in diesem Jahr ein neuer Bauabschnitt nicht in Angriff genommen wird – also beispielsweise der vom Gabelweg in Richtung Rehefeld und erst recht nicht die Rehefelder Ortsdurchfahrt.

So werden wohl in nicht allzu langer Zeit pessimistische (oder realistische?) Visionen wahr werden: entvölkerte, ehemals bei Einwohnern, einheimischen Gewerbebetrieben und Urlaubern beliebte Dörfer einerseits durch fehlende Infrastrukturen und andererseits durch lediglich geschotterte Zufahrtswege……..

Optimistisch gesehen könnte die Fahrstrecke zwischen Altenberg und Rehefeld (unterer Ortsausgang) eine hervorragende Teststrecke zur Prüfung von Stossdämpfern, Radlagern und dgl. werden!

Wintersport und Winters Schmerz

Sehr geehrter Frau Bundesumweltministerin @svenja.schulze, sehr geehrter Herr Bundesverkehrsminister @Andreas.Scheuer,

ich möchte mit diesem Beitrag wieder einmal ein ganz klein wenig in der Verkehrs-Umwelt-Wunde herum bohren.

Sie beide werden wohl nie in dem klein-beschaulichen Erzgebirgsdörflein Rehefeld gewesen sein – möglicherweise auch niemals hierhin kommen. Aber das, was sich heute und an anderen Wintersportwochenenden hier im Tal der Wilden Weißeritz und nur 45 km südlich von Dresden abspielt, spiegelt genau das ab, was im gesamten Deutschland auch im Argen läuft. Deshalb schreibe ich Sie auch direkt an!

Ich weiß nicht, wieviel tausende von PKWs heute im Schritt-Tempo ab Dresden in Richtung Osterzgebirge aufgebrochen sind. Und ich weiß auch nicht, wieviele davon in mein 150-Seelen-Heimatdörfchen Rehefeld abgebogen sind – ob es unter oder über 1000 waren. Jedenfalls sehr, sehr viele und jedenfalls auch deutlich mehr, als im Trinkwassereinzugsgebiet von Dresden und Freital mit seinen bekannten Verkehrs- und umweltrechtlichen Beschränkungen unterzubekommen sind. So stellt sich erst einmal auf dem Titelbild die ewig lange Schlange von Autos dar, die auf einen Parkplatz hoffen…….

Was will ich nun damit sagen? Ich wohne in einem kleinen Häuschen mitten auf einer ehemaligen Ski-Abfahrtsfläche. Die ist allerdings nicht mit einem Lift ausgestattet und deshalb heute den ganzen Winter über jungfräuliche Schneefläche – es sei denn, meine Enkel fallen mal drüber her… In den 1980er Jahren pfiffen die Skifahrer an unserem Häusel vorbei. Hinunter zum Gasthof (der seit langem geschlossen ist) und zur Bushaltestelle, von wo aus die Busse nach Dresden, Freiberg und Altenberg abfuhren.


Der Buswendeplatz vor dem HO-Gasthof Rehefeld in den 1980er Jahren

Sehr geehrte Damen und Herren Bundesminister, ob nun Diesel, Elektro, Raps oder welcher Antriebsstoff auch immer – möglicherweise könnte man durchaus auf diesem Weg unsere Umwelt ein ganz klein wenig entlasten.

Was bringt das jedoch, wenn wir in noch so umweltfreundlichen Autos ersticken? Und die armen Wintersportler nach einer stress- und arbeitsreichen Woche den größten Teil des wohlverdienten Wochenendes – auf dem Weg zum Entspannen – wiederum im stressigen Verkehrsstau stehen müssen?

Vielleicht kommen Sie ja doch einmal in solch entlegene Regionen wie Rehefeld-Zaunhaus, die wir als solche für Deutschlands wertschaffende und andere erholungsuchende Menschen erhalten sollten. Ganz bestimmt kommen Ihnen hier – in der friedlichen Ruhe eines Ortes, in welchen sich bereits die sächsischen Könige zur Besinnung zurückgezogen hatten – gute Ideen. Ideen, wie unsere Umwelt wirklich nachhaltig geschützt und auch dem immer gewaltiger werdenden Verkehr begegnet werden kann.

Das ehemalige Jagdschloss der Wettiner steht seit 15 Jahren zum Verkauf

Und wenn Du denkst, es geht nicht mehr…

….. kommt irgendwo ein Lichtlein her! Alt ist dieser Spruch zwar und aufgrund seiner Eigenschaft als Sprichwort von immer währender Gültigkeit.

Heutzutage allerdings hab ich den Eindruck, dass er nicht mehr gilt. Denn es geht ja immer alles! Es läuft, es rollt, es ist immer in Bewegung. Alles. Und ständig.

Wie ist es da mit dem Lichtlein? Kommt das nicht erst, wenn man denkt, es ginge nichts mehr? Gibt es das Lichtlein heute nicht mehr, weil immer alles geht?

Oh doch, dachte ich heute morgen, als von der völlig eingeschneiten Rückseite unseres Häusels endlich mal wieder Sonnenlicht in den dunklen Hausflur fiel.

Winter in Kalkofen

Ich weiß ja leider immer noch nichts darüber, seit wann (mein) nach dem Weltkrieg liquidiertes Dörfchen Kalkofen jenseits der sächsisch-böhmischen Landesgrenze existiert hat. Aber ich weiß, dass da mindest zwei Mühlenbesitzer-Familien (v.Lobkowitz und Löwe), eine Gastwirts-Familie (Günther), eine Forsthaus-Familie (?) und eine Heger-Familie (Gaube) gelebt haben. GELEBT!

Was heißt das? Und was heißt das vor allem im Winter? Wer denkt schon an die einfachen Dinge im Leben, wenn er an „früher“ denkt? Wie haben die früher ihre Wäsche gewaschen? Wie haben sie in eisiger Winterskälte ihre Neugeborenen warm gehalten? Was machte man an den dunklen Wintertagen, und wie war es wohl winters in den ungedämmten Häusern ohne Zentralheizung, ohne fließendes und erst recht nicht warmes Wasser? Womit haben die Menschen geheizt, wenn sie sich im Gemeindewald doch nicht mal beim Sammeln von herunter gefallenen Ästen erwischen lassen durften? Ja, und wer hat sich mal Gedanken darüber gemacht, wohin man damals und vor allem in den eisigen Wintern aufs Klo ging?

Unterhalb von Günthers Gasthaus und Forsthaus Kalkofen stand das Haus der Hegerfamilie Gaube (das „Sauerkraut-Häusl“, wie es im nahen Rehefeld hieß), dessen Überreste ich allerdings noch nicht gefunden habe. Das Haus, in welchem ich heute wohne, gehörte auch einer Familie Gaube. Und wenn ich jetzt darüber sinniere, wie es früher in Kalkofen war, habe ich in meinem Kopf „mein“ Gaube-Haus, wie es 1981 in ihm aussah und was wir bei Bauarbeiten so alles gefunden haben.

Ich kann mir heute gut vorstellen, wie das im Heger-Haus der Familie Gaube einst war:

Mutter, Kinder und die alte Großmutter waren tagsüber meist zu Hause und hatten da immer zu tun. Das Leben im kleinen Häusl spielte sich vor allem im Winter fast ausschließlich in der Küche im Erdgeschoß ab. Hier war es schön warm, denn es stand hier der einzige Ofen, der mit Fichtenzapfen und getrocknetem Torf beheizt wurde. Auf der anderen Seite des Flures im Erdgeschoß war es auch warm – hier stand hinter einem offenen Fachwerk die Ziege, die der Familie Milch und Käse lieferte. Das wars eigentlich schon, was zur Einrichtung des Häuschens erwähnenswert ist…..

Ach nein, hinter dem Ziegenstall hatten die Erbauer des Häusls aus den Steinen, die im Wald herum gelegen hatten, ein kleines Gewölbe gesetzt – hier lagerten im Winter die bescheidenen Vorräte: Kartoffeln, Sauerkraut und Konserven aus Früchten aus Garten und Wald – Heidelbeeren, Preiselbeeren und Kirschen vom alten Baum neben dem Haus. Die getrockneten Pilze und Kräuter hütete die Mutter im Küchenschrank.

Das erste Stockwerk, zu dem eine einfache hölzerne Treppe hinauf führte, war gleichzeitig das Dachgeschoß. Eine Hälfte war mit Heu für die Ziege vollgestopft – die andere notdürftig in winzige Kammern unterteilt, die als Schlafzimmer dienten. Eiskalt war es hier oben, und oft stöberte der Schnee auch zwischen den Dachziegeln hindurch auf die Betten. Stellt es Euch nur einmal vor, wie sich das anfühlt! Zumal die Menschen damals auch nicht annähernd so wunderschön warmes Bettzeug hatten wie wir heute!

Eines habe ich noch vergessen: Auf der Rückseite des Hauses hatte der Vater aus Brettern einen kleinen Verschlag angebaut – die „Toilette“! Eisig war der Wind, der im Winter durch die Ritzen zwischen den Brettern pfiff, und genauso eisig war auch das große Brett mit dem Loch darin, auf das man sich setzen musste, um seine Notdurft zu verrichten. Die Grube, in die sie fiel, entleerte der Vater im Frühjahr mit einem Schöpfer – Dünger für Mutters Garten und das kleine Feld, das die Familie bewirtschaften durfte.

In jedem Jahr war das Feld etwas anders aufgeteilt. Mutter Gaube hatte bestimmt über Generationen von ihren Vorfahren gelernt, was es mit der sog. Fruchtfolge auf sich hat. So wechselten sich die wichtigsten lebensnotwendigen Feldfrüchte immer wieder ab: Hafer, Buchweizen und vor allem Kartoffeln. Das Saatgut gewann man immer wieder selbst – vor allem bei den Kartoffeln wurde es manchmal aber doch etwas knapp. Dann zerschnitten die Gaubes die wertvollen Knollen, die sie in die magere Erde legten, in Hälften – manches Jahr sogar in Viertel.

Überhaupt spielte die Kartoffel ein ganz wichtige Rolle für die Familie. Und das vor allem als Nähstoff- und Sättigungslieferant vor allem für die Menschen, aber auch für die Tiere. Viele überlieferte Rezepte aus alten Zeiten wie Klitscher, Schnudendunker, Raacher Maad, Buttermilch-Getzen aber auch die Zudelsupp und die Schwammesupp gingen ohne Kartoffeln gar nicht. Und natürlich gab es da auch den Ardäppel-Kuchen, mitunter die einzige Leckerei für die Gaube-Kinder.

Ja, und Kartoffelschalen verwendete Mutter Gaube sogar als Reinigungsmittel für den Suppentopf und die Bratpfanne. Und wenn sie im Frühjahr und im Herbst die Scheiben der winzigen Fenster reinigte, bediente sie sich zum Putzen auch der Kartoffelschalen, bevor sie sie der Ziege zum Fressen gab.

Kürzlich wurde den Gaubes wieder ein kleiner Erdenbürger beschert, allerdings kam der Kleine viel zu zeitig und war viel zu klein und zu schwach, um ohne Hilfe zu überleben. Was war es da ein Glück, dass die Großmutter noch lebte und den rettenden Gedanken hatte: Sie schickte den Vater zu Günthers in den Gasthof, wo er Speck von dem Schwein erbat, das vor wenigen Wochen geschlachtet worden war. Den schnitt die alte Frau in dünne Scheiben, wärmte sie in der Backröhre des alten Küchenofens, wickelte sie um den Säugling und darüber alles, was an Decken verfügbar war. So schaffte es der kleine Kerl, warm zu bleiben und ausreichend kräftig, um zu trinken und langsam wirklich auch zuzunehmen und zu wachsen.

Nun sollte man sich aber auch noch Gedanken darüber machen, woher das Wasser kam, das Gaubes zum Kochen und zum Waschen brauchten: Nachdem sie in ganz alten Zeiten einfach Wasser aus dem kleinen Bächlein in Kalkofen geschöpft hatten, stauten sie dieses später an einer Stelle oberhalb an und legten ein Rohr von da bis zum Haus, wo man Wasser nach Bedarf in ein Gefäß laufen lassen konnte. Das, was nicht gebraucht wurde, floß wieder zurück in das Bächlein. Später hatte der Vater oberhalb ihres Hauses eine recht feuchte Senke im Waldboden entdeckt und dort die Walderde weggekratzt. Auf diese Stelle baute er aus Waldsteinen einen Ring, in dem sich das Wasser sammeln und ansteigen konnte. Blätter, Zweige und Dreck blieben unten, und das saubere Wasser floß in ein Rohr an der Oberseite des Ringes und von da in einen weiteren Ring. Und so weiter, bis unmittelbar neben dem Gaube-Häusl aus einem Wasserhäusl ganz bequem mit dem Eimer Wasser entnommen und ins Haus getragen werden konnte.

Das kam dann in den großen Topf auf dem Küchenherd, in dem immer heißes Wasser vorrätig gehalten wurde – für den Zichorien-Kaffee, die Kartoffeln, die es mittags gab, für die notdürftige Körperwäsche und: fürs Waschen der Wäsche. Nun gab es aber allerdings in Kalkofen keinen Laden, in dem man Waschmittel kaufen konnte! Die Menschen kannten so etwas einfach auch gar nicht!

Aber sie hatten den großen Kastanienbaum am Forsthaus oben. Und die Kinder sammelten in jedem Jahr die Kastanien auf, die die Mutter zerkleinerte und trocknete. In der Nacht vor der großen Wäsche weichte sie eine kleine Menge davon in Wasser ein und hatte dann am nächsten Tag die „Seife“ für die Wäsche und natürlich auch für alle Familienmitglieder, die zuvor in der großen Zinkwanne in der Küche badeten (Kastanien enthalten Saponine – „sapo“ kommt aus dem Lateinischen und heißt Seife).

Ausflug zur Milešovka

Ja, Ihr lest richtig: Der Milleschauer o.a. Donnersberg (836m) heißt im Tschechischen DIE Milešovka. Und noch etwas muss ich Euch erklären: Die wunderschöne Schneelandschaft in und um Rehefeld habe ich nicht heute, sondern vor einer Woche fotografiert – heute war der Schnee zwar nicht mehr ganz so weiß, aber immer noch da!

So machen wir uns also auf den Weg – richtigerweise: auf die Straße. Aus über 800m Höhe auf dem Erzgebirgskamm bei Moldava (ehem. Moldau) fahren wir über Nové Město (ehem. Neustadt) und Mikulov (ehem. Niklasberg) fast 500 Höhenmeter steil hinunter bis zum Fusse der Gebirges bei Hrob (ehem. Klostergrab).

Wildzaun an der Straße zwischen Moldava und Nové Město – unweit des Abzweiges nach Dlouhá Louka (ehem. Langewiesen) und ehem. Gasthaus „Torfwerk“
Unterhalb von Nové Město biegt das kleine Sträßlein zum „Niklasberger Kreuz“ ab – im Sommer über „Muttergittern“https://heidedix.wordpress.com/2018/11/14/muttergitter/ bis Cínovec („Böhmisch-Zinnwald“) befahrbar
DAS Niklasberger Kreuz auf der Wiese vor der Wittichbaude – von hier aus kann man einen der schönsten Aussichten auf das Böhmische Becken genießen. „Niklasberger Kreuz“ heißt diese Hochebene deshalb, weil sich hier einst wichtige Wege kreuzten: der von Zinnwald nach Nové Město und der von Niklasberg nach Kalkofen
Der Blick vom Niklasberger Kreuz – überall ist es trüb und grau, aber unten in Duchcov (ehem. Dux) scheint für einen Moment die Sonne. Links im Bild der Eisenbahntunnel oberhalb des Bahnhofes von Mikulov
Eine der gigantischen Brücken der Bahnstrecke Most–Moldava v Krušných horách, welche nach einem Erdrutsch kürzlich wieder eröffnet wurde
Die Serpentinenstrasse zwischen Nové Město und Mikulov
Am Fusse des Erzgebirges – zwischen Košťany (ehem. Kosten) und Dubi (ehem. Eichwald) gab es einst den vielbesuchten Wildpark Tuppelburg – die „Tuppelburg“ selbst ist derzeit leider Ruine, aber Damwild gibt es noch immer im Gehege, sogar mit einem weißen Kalb

Nachdem wir etwa 35 km gefahren sind und uns an den Schönheiten unserer Heimat erfreut haben, liegt Teplice – in seiner Blütezeit als Kurbad auch „Klein-Paris“ genannt – inzwischen weit hinter uns. Der Blick zurück zum Erzgebirge beschert uns eine wunderschöne Überraschung:

Während das Erzgebirge im Nebel verschwunden ist, haben sich schwarze Wolken über Teplice versammelt, welches sich allerdings wiederum in strahlendem Sonnenschein badet. Krönung des Ganzen ist ein sehr breiter Regenbogen am linken Bildrand

Bald wird der Abzweig nach Bilka angezeigt. Von diesem kleinen Dörfchen aus wollen wir den Milleschauer besteigen.

Bilka hieß einst Pilkau. Das Touristenheim und spätere Restaurant steht zwar noch, aber leider nur noch als Ruine
Pilkau warb damit, Ausgangspunkt für den kürzesten und bequemsten Aufstieg zum Milleschauer zu sein. Das empfinden wir auch – zumindestens so lange, wie wir die erste Weghälfte zurück legen
Steinmännchen am Wegrand
Irgendwann einmal endet der dichte Birkenwald, und der schmale Weg lässt immer mal einen kleinen Ausblick zu – hindurch durch uralte Buchen- und Eichenbestände

Irgendwann einmal sind selbst unsere Anoraks durchgeschwitzt und Mütze und Schal leichtsinnigerweise im Rucksack verschwunden. Der basaltsteinübersäte Weg ist immer mehr von Eis überzogen, und wir können noch immer kein Ende absehen. Die Bergspitze ist einfach nicht auszumachen, zumal sie inzwischen auch im Nebel steckt. Genau in dieser Verzweiflung sprechen uns einige junge Männer an, die uns entgegen – also von oben – kommen: „Bufet zavřeno! Keine Alkohol. Keine Kaffäh. Keine Tschei.“ Ich erschrecke: „Wirklich?“ und Dixi: „Da können wir auch gleich umkehren!“ Aber wer kehrt so kurz vorm Ziel schon um? Zumal ich nun verkünde, dass ich eine Thermoskanne mit Glühwein im Rucksack habe.

Auf dieser Eispiste kämpfen wir uns tapfer weiter nach oben
Und irgendwann treffen wir auf dieses Schild. Der junge Mann hatte geschwindelt! Von hier müssen wir nur noch 5 Minuten laufen bis zum Gipfel, der aber hier noch nicht annähernd auszumachen ist
Auf dem Gipfel der „Královna Českého středohoří“ (Königin des Böhmischen Mittelgebirges) – bereits Anfang des 19. Jahrhunderts zog der Berg erste Besucher an. Zwischen 1819 und 1839 erwanderte der preußische König Friedrich Wilhelm III. den Berg regelmäßig. Sein Begleiter, der Weltreisende und Naturforscher Alexander von Humboldt, bezeichnete die Aussicht vom Milleschauer als die drittschönste der Welt. Schon damals bestand dort ein erster Berggasthof, der somit zu den ältesten in Böhmen gehört.

Wir jedenfalls finden unsere Einkehr und entdecken später auch noch das „Bufet“ – beides sehr wohl geöffnet. Und wir genießen es, unseren völlig unterzuckerten und ausgetrockneten Körpern Gutes tun zu können.

Es gibt wohl nichts Besseres als einen heißen Knacker und ein böhmisches Bier, wenn man so ausgepowert ist wie wir heute
Während wir drin in der Chata schlemmern, machen Meisen und Kleiber draussen – aber unmittelbar vorm Fenster – genau das gleiche

Allerdings halten wir uns nicht zu lange auf. Uns graust davor, ansonsten im Dunkeln den vereisten Weg hinunter zu müssen. Hinfallen ist derzeit keine Option, da auf Arbeit derzeit schon zu viele krank sind…..

Aber wir schaffen es, kommen heil wieder nach unten und beschließen, unseren heutigen Ausflug recht bald mit unseren Enkeln zu wiederholen. Auf alle Fälle jedoch erst dann, wenn das Eis geschmolzen ist. Und dann, wenn der Aufstieg möglichst auch von der vielgelobten Aussicht gekrönt ist.

Auf dem Heimweg durch das Böhmische Becken genießen wir einzelne sonnige Strahlen und +7°C. Als es jedoch hinauf geht in Richtung Erzgebirgskamm, fällt das Thermometer quasi mit jedem Höhenmeter. Und mein liebes Rehefeld präsentiert sich als Abschluss unseres schönen Ausfluges so:

Eiszeit 1979

Gerade läuft im MDR-Fernsehen die Sendung „6 Tage Eiszeit“. Diese eindrucksvolle Dokumentation schildert den Jahreswechsel 1978/79. Heute, nach 40 Jahren, wird mir jetzt erst so richtig klar, was damals geschehen ist – und zwar überall: in Nord und Ost, und in Ost und West.

Für mich gab es bisher an diese katastrophalen Tage nur eine Erinnerung: Ich erwartete mein erstes Kind und war deshalb zur Entbindung aus dem Erzgebirge in die Nähe und Obhut meiner Eltern umgezogen. Die wiederum lebten in einem kleinen Dorf in Thüringen – 30 km von Jena entfernt, wo die nächstgelegene Klinik stand.

Als Ende 1978 die ersten tragischen Nachrichten vom nahenden und bereits hereingebrochenen Schnee- und Kältechaos eintrafen, erwischte ich den letzten Bus nach Jena und zog zu meiner Oma und meiner Tante, die in Jena-Ost lebten.

Hier musste ich noch fast 14 Tage warten, bis endlich am frühen Morgen des 10.01.1979 die Fruchtblase platzte. Heutzutage Alarmstufe 1 und Signal dafür, dass schnellstens der Krankentransport zum Liegend-Transport ins Krankenhaus gerufen werden muss.

Das aber wusste ich zu meinem Glück damals noch nicht. Ich wusste nur, dass das Krankenhaus am gegenüberliegenden Ende von Jena-Ost gelegen war – also viele Stationen entfernt mit den Straßenbahnlinie Jena-Ost – Mühltal. Und dass ich den Lerchenstieg hinunter zur Haltestelle bewältigen musste, um dann wenigstens ein Großteil der Strecke mit der klapprigen Straßenbahn zurücklegen zu können.

Allerdings – das Klappern blieb mir erspart! Denn die Bahn fuhr nicht mehr! Angesichts der ca. 20 cm Neuschnee selbst im sonst so lieblich warmen Saaletal war der Fahrbetrieb eingestellt worden. Autos fuhren schon lange nicht mehr. Und selbst wenn – was hätte es genutzt? Weit und breit hatte niemand ein Telefon, um evtl. ein Taxi oder gar Krankentransport rufen zu können. Was blieb also?

„Hilf Dir selbst, dann hilft Dir Gott!“ Das sagte meine Tante, als wir an der verwaisten Straßenbahnhaltestelle standen und erklärte, dass es doch eigentlich gar nicht so weit wäre und wir ruhig laufen könnten.

Und damit ich die Qualen der inzwischen eingesetzten Wehen nicht gar so sehr spüren sollte, versuchte sie mich den gesamten Weg (über 3 km) bis zur Bachstraße mit Witzen jeglicher Art zu amüsieren. Und jedes Mal, wenn ich lachen musste, entleerte sich die offene Fruchtblase um weitere Gewässer. Der Gang nach Canossa kann nicht schlimmer gewesen sein!

Aber was solls! Nach weiteren 12 Stunden hatte ich meinem ersten wunderbaren Kind das Leben geschenkt und bin heute – nach 40 Jahren – sehr froh, dies einfach als Episode aus meinem Leben aufschreiben zu können.

Fest der Hoffnung

Euch allen, Freunden, Verwandten, Bekannten, Unbekannten, Kollegen, Followern und Zufallslesern wünsche ich von ganzem Herzen ein fröhliches und friedliches Weihnachtsfest.

Uns allen ist wohl gemein, dass wir gerade am Heiligen Abend unseren Wünschen neue Hoffnung geben. Ich hoffe, dass alle, die ich kenne und alle, die ich nicht kenne, für immer glücklich und gesund in einer friedlichen Welt leben können.

Und für das Rehefelder Jagdschloss – ein wahres Märchenschloss – hoffe ich, dass sich im kommenden Jahr endlich ein Käufer findet, der sich in dieses Kleinod sächsischer Geschichte verliebt und es zu neuem Leben erweckt.

Weihnachten für Brunnenbesitzer

Zwar ist es trüb und grau an diesem Wintertag zwei Tage vor Weihnachten. Aber was bedeutet das schon, wenn doch wohl die Freude und Dankbarkeit derjenigen Brunnenbesitzer überwiegen wird, die seit Monaten kein Wasser mehr haben und genauso lang irgendwie improvisieren müssen.

Nun ist wohl Licht am Ende des Tunnels. Oder „der Stern von Bethlehem“ leuchtet endlich auch über dem Erzgebirge! Die Wilde Weißeritz rauscht wieder – ein Geräusch, das für uns Rehefelder immer alltäglich war. Und das ich heute morgen wie ein Wunder nach Monaten der Stille im schönen Tal erstmals wieder wahrnehmen konnte.


Und noch etwas ist es, das uns das Rauschen der Weißeritz zeigt: Wir können uns noch immer an Dingen freuen, die nicht materieller Art und nicht menschgemacht sind! Möge uns allen dies erhalten bleiben!

Wehen sein keene

Eines Morgens – kurz vorm Weihnachtsfest – verspürte eine junge Frau im abgelegenen Fürstenau, dass ihre Schwangerschaft dem Ende zugehen würde. Der aufgeregte, werdende Vater schnallte seine Brettln an und machte sich auf den Weg nach Lauenstein zum Doktor.

Endlich dort angekommen, bat er inständig, dass seiner Gemahlin baldigst geholfen würde. Er schilderte auch, dass es am zeitigen Abend soweit wäre und dass angesichts des vielen Neuschnees keine Zeit zu verlieren sei.

Worauf der Doktor aus Lauenstein sich nach den Wehen erkundigte und vom Fürstenauer mit folgenden Worten beruhigt wurde: „Wehen sein keene, der Schneepflug ist gefahren!“

Sondergenehmigung für alle!

Heute morgen auf der S182 zwischen Altenberg und Rehefeld. Baumassnahmen und Baufahrzeuge halten Winterschlaf. Nur hin und wieder fährt ein Bus des RVD mit Sondererlaubnis…..

Warum, liebes Sächsisches Landesamt für Straßenbau und Verkehr (LASuV), muss angesichts des hereingebrochenen Winters die Vollsperrung weiter aufrechterhalten werden?

Wir alle – die seit Monaten von 15 km Umweg/Fahrstrecke Betroffenen – können nichts dafür, dass der Baufortschritt nicht wie geplant funktionierte. Dies nun weiter auf uns auszutragen, ist nicht fair!!!

Ich hätte auch gern eine Sondergenehmigung zur Befahrung der S 182!

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